Manchmal können Knieschmerzen mit traditionellen Hausmitteln gelindert werden. Wenn die Schmerzen schlimmer werden, sollten Sie sich allerdings an Ihren Arzt wenden.
Information zur Behandlung von Knieschmerzen
Nicht jede Behandlungsmaßnahme hilft bei allen Ursachen in gleichem Maße. Grundsätzlich sollten Schmerzen im Kniebereich durch Ihren Arzt beurteilt werden. Gerade in Fällen, in denen die Beschwerden sehr plötzlich auftreten, sollte zuerst die Ursache geklärt werden, bevor eine Behandlung begonnen wird. Ein solches Vorgehen dient vor allem Ihrer Sicherheit, damit die Ursache Ihrer Beschwerden nicht fehlgedeutet wird, die einer völlig anderen Therapie bedürfen. Dies gilt auch für eine mehrtägige Schmerztherapie.
Schmerzbehandlung
Die Linderung des Schmerzes sowohl in Ruhe als auch bei Belastung besitzt einen hohen Stellenwert in der Behandlung nahezu aller Beschwerden des Kniegelenkes. Ziel ist es hierbei die Bewegungsfähigkeit des Gelenkes zu erhalten und damit weiteren Einschränkungen vorzubeugen.
Unter einer Schmerzbehandlung sollte nicht alleine eine Behandlung mit Medikamenten verstanden werden. Auch in der Schulmedizin werden sog. Hausmittel, eine zielgerichtete Bewegungstherapie und Muskelaktivierung, gut wirksame Schmerzmedikamente bis hin zu Injektionen in das betroffene Gelenk gerne in Kombination genutzt um den bestmöglichen Erfolg zu erzielen.
Schonung, Ruhigstellung und Entlastung
Vor allem nach einer Verletzung oder einem Verdrehen des Kniegelenkes ist eine vorübergehende Schonung oder auch Entlastung des Beines an Gehstützten (soweit vorhanden) sinnvoll. Gerade auch in der Phase bis eine ärztliche Untersuchung erfolgte kann die Entlastung und Schonung empfehlenswert sein.
Ernährung und körperliche Bewegung
Ernährung und körperliche Aktivität können einen enormen Einfluss vor allem bei Arthrose-Schmerzen haben. Studien haben gezeigt, dass die Beschwerden bei einer Arthrose bei fett- und cholesterinreicher Ernährung schlimmer werden können. Auch Salz, Zucker und Alkohol können die Arthroseschmerzen verschlimmern, während eine ausgewogene Ernährung mit mehr Ballaststoffen, die z. B. Obst und Gemüse enthält, zur Schmerzlinderung beitragen kann.
Insbesondere bei Übergewicht sollte eine Gewichtsreduktion angestrebt werden. Wird das Kniegelenk durch ein geringeres Körpergewicht belastet kann dies zu einer Verringerung der Beschwerden führen.
Gerade beim Vorliegen einer Arthrose hilft körperliche Aktivität, die Beweglichkeit von Gelenken zu erhalten und die Muskeln zu stärken. Sportarten, die das Kniegelenk stark belasten, wie z. B. Joggen, Basketball und Tennis die Knieschmerzen verschlimmern können, sollten vermieden werden. Besser geeignet sind Sportarten, wie Schwimmen, Radfahren und leichte Gymnastik.
Kühlende Umschläge:
Besonders nach Verletzungen oder auch nach Operationen kann eine dosierte Kühlung des Kniebereiches eine Linderung der Beschwerden erzielen. Es sollten dabei keine Eisbeutel oder "Coldpacks" aus dem Eisfach direkt auf die Haut gelegt werden, sondern immer ein Handtuch oder ähnliches dazwischen gelegt werden, um Hautschäden vorzubeugen. Auch offene Wunden und Schürfungen müssen fachgerecht abgedeckt werden. Durch die dosierte Kühlung wird die Schwellneigung reduziert und sie lindert auch die Schmerzen. Wird das Gelenk zu stark gekühlt, kann es jedoch auch zu einer Verstärkung der Schwellung kommen, da der Körper mehr Blut in die Region leitet (Hyperämie). Gekühlte Auflagen sollten mehrmals täglich für etwa 20 Minuten aufgelegt werden. Dabei sollte das Gelenk am besten bequem und ruhig (z.B. auf einem Kissen) hochgelagert werden.
Quarkauflagen:
Auch wenn es sich auf den ersten Eindruck vielleicht eigenartig erscheint, so werden Auflagen mit handelsüblichem Speisequark (Magerstufe) von Betroffenen als überaus hilfreich eingeschätzt.
In der Regel werden diese Quarkauflagen als kühlende Auflagen angewendet, man kann Sie aber auch körperwarm anlegen.
Quarkauflagen besitzen eine kühlende und abschwellende Wirkung, die damit vor allem bei Entzündungserscheinungen und Reizzuständen aber auch nach Verletzungen sehr angenehm ist.
Die Quarkauflage wird als etwa 0,5 - 1 cm dicke Schicht auf den Gelenkbereich aufgetragen. Anschließend wird das Gelenk mit einem Tuch oder Folie abgedeckt und bequem gelagert. Der Umschlag wird für etwa 20-30 Minuten angewendet.
Warme Umschläge
Einige Tage nach Ihrer Verletzung kann auch die Anwendung eines Heizkissens oder feuchtwarmen Handtuchs, das um das Knie gewickelt wird, die Schmerzen lindern. Die Wärme stimuliert die Blutversorgung des betroffenen Bereichs, entspannt die Muskeln und verbessert die Beweglichkeit des Gelenks (Dies ist auch eine gute Möglichkeit um ein steifes Kniegelenks vor körperlicher Betätigung zu lockern). Da die Wärme empfindliche Haut allerdings schädigen kann, sollten Sie vorher sicherstellen, dass Sie keine Schnittwunden oder Prellungen in diesem Bereich haben.
Akupunktur
Akupunktur kann erwiesenermaßen Schmerzen allgemein und damit auch arthrosebedingte Knieschmerzen lindern. Bei dieser, seit langem vor allem im asiatischen Raum verbreiteten, Behandlung werden feine Nadeln an bestimmten Punkten in die Haut des Patienten gestochen. Man vermutet, dass der Körper dadurch natürliche, schmerzlindernde Substanzen freisetzt. Um die Sicherheit der Behandlung zu gewährleisten, sollten Patienten sich nur von zugelassenen Akupunkteuren behandeln lassen.
Physiotherapie, Lymphdrainage und klassische Massage
Physiotherapeuten (früher Krankengymnasten) können bei sehr vielen Beschwerden des Bewegungssystems einen großen Beitrag zur Beschwerdelinderung erbringen. Ihre Behandlungsmethoden bauen auf Mobilisierungstechniken von Gelenken, einer Bewegungstherapie und Dehnungs- sowie Kräftigungsübungen der Muskulatur auf. Dabei werden sowohl Bewegungsstörungen der einzelnen Gelenke als auch Fehlstellungen des gesamten Körpers betrachtet. Weiterhin werden insbesondere die Koordination (d.h. die Abfolge) von Bewegungen geschult.
Es ist wichtig auf eine entsprechende Qualifikation der in der Behandlung zu achten, wobei die Qualifikation zum Physiotherapeuten einer mehrjährigen Ausbildung und staatlicher Prüfung unterliegt.
Sogenannte Nahrungsergänzungsmittel
In Zeitungen und Werbebroschüren wird für eine Vielzahl von Mitteln geworben, die eine Besserung der Arthrose oder sogar eine Heilung in Aussicht stellen. Zu einem nicht unbedeutenden Teil dieser Substanzen, fehlen wissenschaftlich korrekte Studien, die die Wirksamkeit belegen können. Auch wenn diese Substanzen z.T. als natürlich beschrieben werden, können ebenso wie bei Arzneimitteln Risiken und Nebenwirkungen bestehen. Sofern man sich für eine möglichen Therapie interessiert, sollte man dies am besten mit seinem Arzt besprechen, um hier die möglichen Vorteile und auch Risiken zu erörtern. Auch die Kosten dieser Behandlungen sollten sorgfältig bedacht werden.
Glukosamin und Chondroitin
Glukosamin and Chondroitinsulfat sind natürliche Substanzen, die vom menschlichen Körper produziert werden und in der Gelenkflüssigkeit bzw. im Knorpel vorkommen. Studien konnten zeigen, daß bei Arthrosepatienten eine Symptomlinderung nach Einnahme dieser Präparate über einen längeren Zeitraum zu beobachten waren. Wie groß der Nutzen einer längerfristigen Therapie ist, kann derzeit nicht abschließend bewertet werden. Vor der Einnahme von Glucosamin- und Chondroitinpräparaten (die z. B. aus Schalentieren, Rindern und Haien gewonnen werden) sollten besonders Diabetiker oder Patienten, die Blutverdünnungsmittel nehmen oder gegen Schalentiere allergisch sind unbedingt ihren Arzt fragen.
