Besonders bei arthrosebedingten Beschwerden des Kniegelenkes oder auch bei rheumatisch bedingten Entzündungen des Gelenkes kann es sinnvoll sein auch durch eine Injektionsbehandlung in das betroffene Gelenk die Beschwerden nachhaltig zu lindern. Hierzu werden heutzutage vor allem eine sog. Viscosupplementation (Injektion von Hyaluronsäure in das Gelenk) oder Steroidinjektionen (Kortisonpräparat) durchgeführt. Diese Behandlung kann ambulant in der Praxis eines Arzttes erfolgen. In vielen Fällen kann hiermit eine deutliche und rasche Linderung der Schmerzen eintreten, die auch Wochen und Monate anhalten kann. Die Risiken dieser Behandlung sind vor allem das Auftreten von bakteriellen Gelenkinfektionen. Daher sollten Injektionen in das Kniegelenk oder andere Gelenke immer unter sterilen Bedingungen erfolgen.
Viscosupplementation
Die Viscosupplementation ist ein Verfahren, bei dem eine Flüssigkeit (Hyaluronsäurepräparat) direkt in das Kniegelenk gespritzt wird. Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil des Gelenkknorpels. Damit soll die Knorpelernährung verbessert werden und ein Knorpelabbau verlangsamt werden. Hyaluronsäure wirkt außerdem entzündungshemmend, wodurch Knieschmerzen weiter gelindert werden. Die verwendete Hyaluronsäure wird oft aus Hahnenkämmen (Hautlappen auf dem Kopf des Hahns) oder Zellkulturen gewonnen.
Ihr Arzt wird Ihnen üblicherweise eine Injektion pro Woche über einen Zeitraum von 3 bis 5 Wochen geben. Die Wirkung der Behandlung kann mehrere Wochen bis auch Monate anhalten, schlägt jedoch nicht bei jedem Patienten gleichermaßen an. Die Wirkung der Viscosupplementation ist häufig bei der ersten Injektionsserie am besten. Bei wiederholten Serien ist die Beschwerdelinderung oft geringer ausgeprägt.
Steroidinjektionen
Sogenannte Kortikosteroide sind eine synthetische Form des Kortison, einem natürlichen, vom Körper produzierten Hormon. Die Injektion von steroiden in ds Kniegelenk entfaltet eine sehr starke entzündungshemmende Wirkung und kann rasche Schmerzlinderung bringen. Nebenwirkungen von Kortisonpräparaten, wie sie durch eine längerfristige Einnahme als Tabletten bekannt sind, sind durch die Injektionsbehandlung nicht zu erwarten, da sich die Hauptwirkung im Gelenk entfaltet. Bei Personen mit Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) kann es zu Schwankungen der Blutzuckerwerte nach der Injektion kommen.
