Medikamente zur Schmerzbehandlung

Schmerzmittel als Tabletten oder Tropfen sind für viele Patienten bei Kniegelenkschmerzen eine Möglichkeit zur Linderung der Beschwerden. Auch wenn  einige Schmerzmittel zum Teil ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sind, können diese, genau wie die rezeptpflichtigen Schmerzmittel Nebenwirkungen oder auch Risiken, insbesondere bei längerfristiger Anwendung, haben. In der Schwangerschaft aber auch bei chronischen Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems und der inneren Organen (Leber, Niere, Magen-Darm Erkrankungen), wie auch bei Allergien,  dürfen diese Medikamente nur nach Beratung durch einen Arzt eingenommen werden.

Die vier häufigsten Wirkstoffe von Schmerzmedikamenten bei Knieschmerzen sind Paracetamol, Acetylsalizylsäure, Ibuprofen und Diclofenac. Nachstehende Informationen sollen Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Präparate geben. Es werden nur die Wirkstoffe der Medikamente genannt. Der Handelsname kann hiervon verschieden sein. Zu einem Wirkstoff können mehrere Medikamente erhältlich sein und es können auch Kombinationen der Wirkstoffe in einem Medikament enthalten sein.

Paracetamol

Paracetamol ist ein häufig verwendetes rezeptfreies Schmerzmittel. Es wirkt schmerzlindernd und fiebersenkend. Die Wirkdauer beträgt circa zwei bis acht Stunden. Grundsätzlich ist Paracetamol bei Beachtung der Anwendungshinweise gut verträglich und verursacht im Gegensatz zu vielen anderen Schmerzmitteln nur selten Magenbeschwerden. Paracetamol ist daher gut zur vorübergehenden Schmerzlinderung geeignet. Besonders Patienten mit Vorerkrankungen von Leber und Nieren sollten die Behandlung unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen. Auch für gesunde Menschen ist es wichtig die Dosierung von Paracetamol dringend zu beachten, da es sonst zu Leber- und/oder Nierenschäden kommen könnte.

Acetylsalicylsäure

Acetylsalicylsäure wird seit vielen Jahren als Schmerzmittel zur Linderung der unterschiedlichsten Schmerzarten verwendet.  Es kann leichte bis mäßige Schmerzen sehr gut kurzfristig lindern.

Kinder und Jugendliche mit fieberhaften Erkrankungen sollten Acetylsalicylsäure nicht einnehmen, weil bei Ihnen die Gefahr besteht, dass Sie das so genannte Reye-Syndrom entwickeln. Das Reye-Syndrom stellt eine akute Enzephalopathie (nichtentzündliche diffuse Erkrankung des Gehirns) in Kombination mit einer fettigen Degeneration der Leber dar. Zumeist sind Kinder zwischen dem 4. und 9. Lebensjahr betroffen. Die eigentliche Ursache ist unbekannt. Wie  auch andere nicht-steroidale Antirheumatika kann Acetylsalicylsäure den Magen-Darm-Trakt belasten und Magenschmerzen sowie Übelkeit verursachen. Zudem beeinträchtigt es die Gerinnungsfähigkeit des Blutes, so dass es  circa sieben Tage vor  einer Operation in Absprache mit dem Arzt abgesetzt werden muss.

Ibuprofen

Ibuprofen wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd.

Bei vielen Menschen ist  es sehr wirksam zur kurzzeitigen Schmerzbehandlung. Die häufigsten Nebenwirkungen von Ibuprofen sind Magenverstimmung, Sodbrennen und Übelkeit. Bei den meisten Menschen lassen sich diese Symptome durch die Einnahme des Medikaments zu den Mahlzeiten lindern.

Bei einer langfristigen Einnahme, wie auch unter Acetylsalicylsäure, Diclofenac und Naproxen, kann es zu Gesundheitsrisiken kommen. So können beispielsweise Magen-Darm-Geschwüre entstehen oder die Nieren- und Leberfunktion kann beeinträchtigt werden. Zudem kann es die Gerinnungsfähigkeit des Blutes beeinträchtigen. Wenn Sie Ibuprofen nehmen und sich einem operativen Eingriff unterziehen, müssen Sie das Medikament circa ein bis zwei Tage vor dem Eingriff absetzen.

Diclofenac

Diclofenac ist ein weiteres nicht-steroidales Antirheumatikum mit entzündungs- und schmerzhemmender Wirkung. Magen-Darm-Geschwüre in der Anamnese stellen wie auch bei Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Naproxen eine Kontraindikation dar. Diclofenac wird häufig mit einem Magenschutz-Präparat kombiniert.

Diclofenac kann ebenfalls die Blutgerinnungs-Fähigkeit beeinträchtigen und sollte daher ein bis zwei Tage vor einer Operation abgesetzt werden.