Mögliche Komplikationen

bei jeder anderen großen Operation gibt es jedoch auch hierbei Risiken. Nachfolgend sind einige dieser Probleme beschrieben, über die Sie Bescheid wissen sollten. Hier finden Sie auch Angaben zu den vorbeugenden Maßnahmen, die Ihr Arzt ergreifen wird, um diese Komplikationen möglichst zu vermeiden. Ihr Arzt sollte die möglichen Risiken der Operation vor dem Eingriff mit Ihnen besprechen.

Thrombophlebitis oder tiefe Venenthrombose

In den Tagen nach der Kniegelenk-Oberflächenersatz-Operation werden Ihre Bewegungen eingeschränkt sein. Daher wird sich die Blutströmung in Ihren Beinen verlangsamen. Dadurch erhöht sich die Gefahr, dass sich in einer Ihrer großen Beinvenen ein Blutgerinnsel bildet. Diese Gerinnsel können sich lösen, in die Lungen gelangen und dort die Blutversorgung unterbrechen. In diesem Fall spricht man von einer Lungenembolie.

Ärztliche Vorsichtsmaßnahmen

Um eine Lungenembolie zu vermeiden, werden Ihr Arzt und Ihr Physiotherapeut Sie ermuntern, sobald wie möglich aufzustehen und sich zu bewegen, um Ihre Durchblutung zu verbessern. Die Durchblutung wird zudem durch so genannte Thrombosestrümpfe gefördert. Außerdem wird man Ihnen Blutverdünnungsmittel geben, um eine mögliche Gerinnung des Bluts zu verhindern.

Infektion

Nach dem operativen Kniegelenk-Oberflächenersatz könnte sich eine Infektion in Ihrem neuen Gelenk bilden. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Infektion liegt nur bei ca. 1 %. Wenn es jedoch zu einer Infektion kommt, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Zu einer Infektion kann es noch vor der Entlassung aus dem Krankenhaus kommen, aber auch Monate oder sogar Jahre nach der Operation.

Ärztliche Vorsichtsmaßnahmen

Bei Zahnbehandlungen oder Operationen an der Blase oder am Kolon (Teil des Dickdarms) vor oder nach der Knieoperation wird Ihr Operateur Ihnen Antibiotika verordnen. Durch diese Behandlungen bzw. Operationen können Bakterien in Ihren Blutkreislauf kommen und eine Infektion in Ihrem neuen Gelenk verursachen. Vor derartigen Eingriffen müssen Sie daher unbedingt mit Ihrem Operateur sprechen. Außerdem müssen Sie alle behandelnden Ärzte unbedingt über den künstlichen Kniegelenkersatz informieren, damit diese entsprechende Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Infektion ergreifen können.

Steifheit/Bewegungseinschränkungen

Um von einem Stuhl aufzustehen, muss sich das Kniegelenk um mindestens 90 Grad beugen lassen. Ein neues Kniegelenk sollte sich aber möglichst um mehr als 110 Grad beugen lassen. In manchen Fällen ist das neue Kniegelenk jedoch durch das Narbengewebe zu steif, um sich weit genug beugen zu lassen.

Ärztliche Maßnahmen

Ihr Operateur könnte Ihr Kniegelenk unter Betäubung bewegen, um die Muskeln zu strecken und das Narbengewebe aufzubrechen. Dies könnte helfen, Ihr Kniegelenk so beweglich zu machen, wie es sein sollte.

Lockerung der Prothese

Im Hinblick auf die längere Lebensdauer von Kniegelenk-Oberflächenersatz wurden bereits große Fortschritte erzielt. Viele Patienten leben schon 15 Jahre problemlos mit ihrer Knieprothese. Allerdings kann sich die Prothese irgendwann lockern und eine Gelenkrevision oder einen weiteren Gelenkersatz erforderlich machen.

Ärztliche Maßnahmen

Wenn sich Ihr Kniegelenk lockert, wird Ihr Operateur schließlich eine Operation durchführen müssen, um die Prothese zu erneuern.