Operation und Genesung

Wiederherstellung Ihrer Bewegungsfähigkeit Die Entscheidung für die Operation ist zwar ein großer Schritt vorwärts auf dem Weg zur Wiedererlangung einer aktiven Lebensweise, aber die Operation selbst ist nur ein Teil davon. Ihre Mitarbeit in der Genesungszeit (Rehabilitation) sind die ausschlaggebenden Faktoren für eine rasche Erholung. Ein Großteil des Erfolges nach einer Gelenkersatzoperation hängt von der Rehabilitation ab.

Dieser Zeitplan gibt Ihnen einen Überblick über die Vorbereitungs-, Operations- und Genesungsphase. Er wird Ihnen vielleicht anstrengend erscheinen, aber gut vorbereitete Patienten, die das Rehabilitationsprogramm motiviert absolvieren, können ihren Lieblingstätigkeiten nicht nur schneller, sondern auch mit weniger Schmerzen und besserer Beweglichkeit wieder nachgehen.

Sechs bis acht Wochen vor der Operation

Die Vorbereitungsphase beginnt bereits lange vor der Operation. Wenn Sie sich emotional und körperlich vorbereiten und bestimmte Vorkehrungen Zuhause treffen, können Sie die Herausforderungen der Genesungsphase besser meistern.

In den Wochen vor der Operation:

  • Treffen Sie Vorkehrungen, dass jemand Sie vom Krankenhaus abholt und Ihnen bei der Hausarbeit hilft, bis Sie diese selbst wieder übernehmen können.
  • Wählen Sie ein Familienmitglied oder eine/n Bekannten als Hauptkontaktperson aus, die mit dem Arzt sprechen und die anderen Familienmitglieder und Bekannten auf dem Laufenden halten kann.
  • Überprüfen Sie Ihre Versicherung. Denken Sie daran, Ihre Versicherungskarte zur Aufnahme ins Krankenhaus mitzubringen.
  • Versuchen Sie möglichst aktiv zu bleiben, wobei Sie weniger belastende Bewegungsarten wie Schwimmen, Radfahren und Rudern auf dem Heimtrainer oder Gerätetraining bevorzugen sollten.
  • Falls Sie rechtliche Verfügungen getroffen haben (z. Bsp. Patientenverfügung oder Dauervollmacht), bringen Sie eine Kopie davon ins Krankenhaus mit.

Jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt, um Ihrem Arzt Fragen über Risiken und Gesundheitsfaktoren zu stellen, die sich auf Ihre Operation und Genesung auswirken könnten:

  • Fragen Sie schon jetzt, ob Sie Eigenblut spenden können für eine eventuelle Bluttransfusion bei der Operation oder ob Blutkonserven vorgesehen sind.
  • Zahnärztliche Eingriffe (auch Zahnreinigung) können die Gefahr einer bakteriellen Infektion erhöhen, wenn diese zu kurzfristig vor der Operation durchgeführt werden.
  • Rauchen und Alkohol können einen enormen Einfluss auf Ihre Genesung haben. Es wäre ratsam, das Rauchen und Trinken jetzt aufzugeben. Wenn Sie dabei Hilfe brauchen, wenden Sie sich an Ihren Arzt.
  • Übergewicht kann Ihr Kniegelenk zu stark belasten. Ihr Arzt kann Ihnen ein Programm zur Gewichtreduzierung und vernünftigen Ernährung empfehlen.
  • Bitten Sie Ihren Arzt, Ihnen Übungen zur Kräftigung Ihres Oberkörpers (für das Gehen an Krücken) und der Kniemuskulatur zu zeigen.
  • Fragen Sie, welche Gehhilfe Sie während der Vorbereitungsphase verwenden sollten (Gehhilfe, Krücken oder Gehstock), damit Sie die Übungen schon vor der Operation machen können.

Eine Woche vor der Operation

Das Gehen an Krücken oder mit einer Gehhilfe kann zunächst schwierig sein. Sie sollten daher alles möglichst griffbereit halten und mögliche Hindernisse und Gefahrenquellen beseitigen:

  • Räumen Sie Teppiche und auf dem Boden liegende Elektrokabel weg.
  • Bringen Sie Stütz- oder Haltegriffe in der Dusche oder Badewanne an.
  • Stellen Sie einen Duschsitz oder Stuhl in die Dusche.
  • Wenn Sie eine niedrige Toilette haben, verwenden Sie eine Toilettensitzerhöhung mit Armlehnen.
  • Da Ihnen das Treppensteigen schwer fallen wird, sollten Sie sich einen Wohnbereich schaffen, wo alles auf einer Ebene liegt.
  • Schaffen Sie sich eventuell ein schnurloses Telefon an, das Ihnen mehr Freiheit und Sicherheit bietet.
  • Rufen Sie Ihren Arzt an, falls Sie in der Woche vor der Operation Fieber, eine Erkältung oder eine andere Krankheit bekommen.

Am Operationstag

Das Narkoseteam besucht Sie und bespricht die Narkose sowie eventuelle Risiken und Möglichkeiten für jede Art von Narkose mit Ihnen.

  • Vollnarkose: Bei dieser Art von Narkose werden Sie während der Operation vollständig schlafen und nichts von derr Operation mitbekommen. Diese Narkose kann aber das Herz-Kreislaufsystem belasten. Eine mögliche Nebenwirkung kann eine Übelkeit nach der Operation sein.
  • Rückenmarksnahe Betäubung (Spinal- oder Peridural-Anästhesie): Bei dieser Art von Narkose werden Sie während der Operation bei Bewusstsein sein, aber keine Schmerzen spüren. Man kann aber trotzdem ein Schlafmittel bekommen und muß nicht die Operation wach miterleben.
  • Es gibt noch weitere moderne Verfahren wie die Anwendung von Kathetern an den Nerven des Oberschenkels, mit denen auch nach der Operation eine Schmerztherapie durchgeführt werden kann. Ihr Anästhesie-Arzt wird Ihnen diese Möglichkeit gerne erläutern.

Die Operation selbst dauert etwa 1-1,5 Stunden. Mit der Vorbereitung und Aufwachphase sind sie aber mehrere Stunden im Operationsbereich. Am Operationstag werden Sie eher im Bett bleiben, ein Aufstehen ist aus Sicherheitsgründen nur in Begleitung von Pflegekräften erlaubt. Ihre Therapie beginnt unmittelbar nach dem Eingriff. Man wird Sie bitten, bereits im Bett Ihre Beine und Füße zu bewegen, um die Durchblutung zu fördern und das Risiko von Blutgerinnseln (Thrombosen) zu verringeren.

Am Tag nach der Operation wird Ihr Krankengymnast Ihnen beibringen, wie Sie aus dem Bett oder von einem Stuhl aufstehen und sich hinsetzen oder hinlegen sollten, und wie Sie Treppensteigen sollten.

Danach werden Sie mit Übungen anfangen, die das wiederhergestellte Kniegelenk kräftigen und beweglicher machen. Sie bekommen eine Anleitung für tägliche Übungen, Bewegungen, Körperpflege (Toilettengang, Waschen, Baden, Duschen und Anziehen) und zur Verwendung von Hilfsmitteln, damit Sie möglichst rasch genesen können.

Mehrere Wochen nach der Operation

Es könnte sein, daß Sie einige Wochen nach der Operation an Krücken gehen oder eine Gehhilfe verwenden, damit Ihr Kniegelenk ausheilen kann. Ihr Krankengymnast wird Ihnen eine Reihe von Übungen zeigen, die Sie Zuhause durchführen sollten. Sie sollten dreimal täglich 3 Blöcke mit 10-15 Wiederholungen pro Übung durchführen. Sobald Ihr Kniegelenk wieder kräftiger ist, können Sie die Anzahl der Wiederholungen und Übungsblöcke allmählich steigern.

Wenn Sie die Krankengymnastik regelmäßig machen, sollten Sie bald wieder Autofahren und Einkaufen gehen können, Hausarbeiten machen und mit Ihrem Partner intim sein können (falls Ihre Schmerzen dies zulassen).

Mehrere Monate nach der Operation

Monate nach der Operation sollten Sie wieder in der Lage sein, viele leichte Sportarten auszuüben, wie z. Bsp. Schwimmen, Wandern, Golf spielen, Radfahren und Hobbytanzen. Sportarten, die das Kniegelenk stark belasten, wie Joggen, Aerobic und Tennis sollten Sie dagegen meiden, da diese Ihr künstliches Kniegelenk schädigen könnten.